Morgen ist es wieder soweit: Der Vollmond leuchtet am Himmel. Die Stimmung dieser hellen Nächte auf Fenouillet ist etwas ganz besonderes und die Vollmondnacht im Herbst 2021 hat zur “Geburt” unseres Mondscheins Clair de Lune geführt.

Doch wie ist es dazu gekommen? Der Frost im Frühjahr 2021 hat enormen Schaden angerichtet. Von den weissen Sorten ist ein grosser Teil erfroren. So haben wir uns entschieden, erstmalig einen Blanc de Noir (Federweisser) zu keltern. Der Blanc de Noir ist ein Weisswein aus roten Trauben. Und wie kommt er zu seiner hellen Farbe? Die Traubenfarbstoffe verstecken sich in der Beerenhaut. Erst im Verlauf der Kelterung werden sie aus dieser herausgelöst. Traubensorte, Reifegrad und Gärtemperatur spielen eine entscheidende Rolle. Gelingt es uns, die Trauben bei tiefer Temperatur zu ernten und unverzüglich abzupressen, läuft ein beinahe farbloser Most von der Presse. Aber eben nur beinahe…

Wir entscheiden uns für die Sorte Mourvèdre. Ihre aromatische Reife ist perfekt und ihr Zuckergehalt liegt bei 96° Oechsle. Das sind einige Oechslegrade weniger als üblich und lässt einen Wein von ungefähr 13%Vol. erwarten. Die Wetterlage ist stabil. Wir ernten nachts, denn jetzt sind die Nächte trocken und kühl. Mit nur gerade 8° Celsius gelangen die Trauben in den Keller. Unverzüglich pressen wir die Maische ab. Während der Gärung halten wir die Temperatur tief. Derart entwickelt sich maximale Fruchtigkeit. Während der kommenden Wochen wird der Jungwein regelmässig batonniert. Ohne Aufmucksen befolgt der Wein alle unsere Anweisungen.

Und das Resultat? Entstanden ist ein wunderschöner Blanc de Noir. Sein Geruch erinnert an Blütenduft, Beerenfrüchte und Agrumen. Der Geschmack wird getragen von knackiger Frische und einem herrlichen Mosaik von Fruchtnoten. Zu seiner, an Perlmutt erinnernden, gräulich-weiss schimmernden Farbe, gesellt sich ein Hauch von blassrosa. Das verleiht dem Wein eine zarte, sanfte Lebendigkeit. Sie ist das klassische, unverkennbare Merkmal des Blanc de Noir. Es ist diese Farbe, die uns an die frühmorgendlichen Lichtstimmungen in Fenouillet erinnert. Wenn das Mondlicht allmählich verblasst und sich die Morgendämmerung ausbreitet, ergeben sich Mischfarben, die unserem Blanc de Noir sehr ähnlich sind. So beschliessen wir, unseren ersten Blanc de Noir auf den Namen „Clair de Lune“, „Mondlicht“ zu taufen. Und dieser fruchtige Clair de Lune passt wunderbar zum Fondue...

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