Den richtigen Erntezeitpunkt bestimmen wir aufgrund der Reifekontrollen. Ist von Traubenreife die Rede, so denkt man spontan an Zuckergehalt und Oechslegrade. Das ist jedoch nur die halbe «Wahrheit». Ein Pfirsich, der wohl süss ist, aber kein Aroma hat, ist unreif. Er wurde, aus welchen Gründen auch immer, zu früh geerntet.
Und genau so ist es bei den Trauben. Zuckergehalt und Sorten-Typigkeit der Aromatik bestimmen den idealen Erntezeitpunkt. Im Verlauf der Jahre haben wir noch weitere wichtige Elemente entdeckt. Auch die Traubenkerne, das Fruchtfleisch und die Beerenhaut verraten uns die fortschreitende Reife. Diese Entwicklung zu beobachten ist äusserst spannend und gehört zu unserem Handwerk.
Die notwendigen Beerenproben holen wir uns direkt aus dem Rebberg. Frühmorgens schreiten wir die Parzellen ab und zupfen willkürlich da und dort einzelne Beeren von den Trauben. Die Probe soll dem Durchschnitt der Parzelle entsprechen. In unserem Fall bedeutet das ungefähr 5000 Laufmeter pro Parzelle. Wir bewegen uns!
Doch auch in diesem Falle bleibt die Technik nicht stehen. Bereits werden Drohnen getestet. Sie sind mit entsprechenden Sensoren ausgerüstet. Die derart gesammelten Daten dienen der Berechnung der Traubenreife. Die Industrialisierung des Weinbaus schreitet zügig voran.

Die wenigen Trauben am Stock haben den optimalen Reifegrad noch nicht erreicht. Die Ernte 2021 ist noch nicht gestartet…

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